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Titel

Vorwort

Biblische Weisung

Kindheit

Krankheit

Lebensweisheit

Abschiede

Humor

Ermutigung

Zuversicht und Trost

Erfahrung

Quellennachweise

Impressum

Fußnote

Zum Reformationstag 2012 hat die Evangelische Kirche in Deutschland chrismon spezial, ein Sonderheft des Magazins chrismon, in einer Auflagenhöhe von 6,7 Millionen Exemplaren herausgegeben. Auf dem Titel war der Mönch Martin Luther als Karikatur zu sehen – beim Anschlag seiner Thesen wider die Ablasspraxis seiner Zeit. Ob das historisch so stattgefunden hat, ist heute umstritten, aber diese Situation hat sich als Legende für viele tief ins Gedächtnis gebrannt.

In jenem chrismon spezial habe ich im Editorial geschrieben, wie sehr einzelne Sätze unser Leben prägen können. Große Wirkung hat beispielsweise der Martin Luther zugeschriebene Satz »Ich stehe hier, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen« entfaltet. Wörtlich hat ihn der Reformator wohl nie so gesagt, aber schon als er auf der Wartburg weilte, so der Historiker Heinz Schilling1 in seiner 2012 erschienenen Lutherbiografie, spitzten die Lektoren seine Rede auf dem Reichstag auf geniale Weise zu. Auf jeden Fall hat jener Satz die Haltung Luthers legendär werden lassen.

Für mich persönlich wurde bei meinem Rücktritt vom Amt der Ratsvorsitzenden der EKD und als Landesbischöfin der hannoverschen Landeskirche ein Liedvers von Arno Pötzsch bedeutsam: »Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand.« Kurz zuvor hatte ich ihn in einer Ansprache zitiert, weil er mir so eindrücklich erschien. Und plötzlich leuchtete er mir in eine völlig unerwartete Situation der Sprachlosigkeit hinein und gab mir Ausdrucksmöglichkeit und Kraft. Viele konnten das offenbar nachvollziehen, so manche haben ihn für ihre eigene Lebenssituation übernehmen können.

Aus diesem Zusammenhang heraus haben wir in jenem chrismon spezial Leserinnen und Leser aufgefordert, uns Sätze zu übermitteln, die ihnen im Leben etwas bedeutet oder die ihnen Kraft gegeben haben. Die Resonanz war überwältigend. Über 4000 Zuschriften gab es per E-Mail oder Post. Constanze Grimm danke ich sehr, dass sie daraus etwa 650 ausgewählt hat, die ich sichten konnte. Mir ist die Auswahl sehr schwer geworden. Es gibt so viele faszinierende Sätze, anrührende Geschichten, bewegende Lebenserfahrungen, die sich in den »starken Sätzen« spiegeln! Es zeigt sich, dass solche Sätze sehr unterschiedlich in unserem Leben aufleuchten. Entweder werden sie tradiert aus der Kindheit, durch Eltern, Großeltern, Lehrerinnen und Lehrer. Oder sie sind uns begegnet, haben sich tief festgesetzt und scheinen wieder auf, wenn wir sie brauchen. Schließlich ist es auch eine Erfahrung, die viele mitteilen, dass sie plötzlich ein Satz trifft, bei der Lektüre eines Buches, beim Blick auf die Losung, beim Radiohören – und da wird klar: Dieser Satz ist jetzt für mich bedeutungsvoll.

Aber es gibt natürlich auch negative Sätze, die uns prägen. Die müssen abgearbeitet werden durch Erfahrung, Reflexion, Erkenntnis und Gegenwehr.

Im Folgenden sind 213 Sätze aufbereitet in neun Kapiteln. Sehr gerne hätten wir mehr aufgenommen! Aber auch so hoffe ich, die Lektüre regt an, die Geschichten anderer wahrzunehmen und zu sehen, wie viel Weisheit und Lebenserfahrung andere für uns bereithalten, und so auch den eigenen Satz zu finden.

Elke Rutzenhöfer als Programmleiterin der edition chrismon danke ich für die Idee zu diesem Buch, die wir beim gemeinsamen Joggen entwickelt haben, sowie für die Begleitung der Umsetzung.

Allen, die ihre Sätze beigetragen haben, danke ich für die Zustimmung zur Veröffentlichung. Und alle Lesenden werden hoffentlich Gewinn aus der Lektüre ziehen – für mich war es eine sehr anrührende Begegnung mit der Lebenserfahrung anderer.

MARGOT KÄSSMANN, Juni 2013

Es gibt biblische Verse, die gehen uns nach, begleiten uns ein Leben lang, oder gewinnen plötzlich an Bedeutung. Das kann ein Konfirmationsspruch sein, ein Trauspruch, eine Tageslosung. Natürlich sollen wir die biblischen Einsichten nicht stückeln in einzelne Verse, der Kontext insgesamt ist zu sehen. Aber dass manche Verse eine Weisheit in sich tragen, die durch die Jahrhunderte hindurch, quer zu allen Kulturen und rund um den Globus in den unterschiedlichsten Ländern plausibel, hilfreich, weiterführend ist, das fasziniert mich immer wieder. Manches Mal, wenn uns selbst die Worte fehlen, sind es die Worte anderer, die uns weitertragen. Das scheint mir die Erfahrung zu sein, die Menschen im Folgenden schildern.

An den ersten Vers, der zitiert wird, erinnere ich mich gut als Ausspruch meiner Großmutter: »Lass die Sonne nicht über deinem Zorn untergehen.« Dass er aus dem Brief an die Epheser stammt, den vielleicht der Apostel Paulus geschrieben hat, habe ich erst viel später erfahren. Aber die Weisheit in diesen Worten habe ich verstanden: Versuche, dich zu versöhnen! Es tut der Seele nicht gut, im Streit auseinanderzugehen. Finde Frieden mit dem, was dich so zerreißt!

»Lasst die Sonne nicht über
EUREM ZORN untergehen.«

Der Satz, der mich durch 48 Ehejahre begleitet hat, stammt aus Epheser 4,26. Was immer sich im Laufe eines Tages zwischen uns gestellt haben mochte – vor dem Einschlafen wurde es bereinigt.

E. N.

»Denn du bist meine Zuversicht, ein
STARKER TURM vor meinen Feinden.«

Im Jahre 2009 unternahmen meine Frau und ich eine abenteuerliche Reise auf unserem Tandem: quer durch die USA vom Atlantik bis zum Pazifik (7215 km). Zu Beginn der Reise hatten wir in einem Anhänger Campingausrüstung dabei, die sich aber alsbald als viel zu schwer und umständlich erwies, sodass wir uns – schweren Herzens – von dieser wichtigen Ausrüstung trennen mussten. Fortan waren wir auf feste Unterkünfte angewiesen, was besonders in den dünn besiedelten Gebieten von Kansas, Colorado, Wyoming und Montana zu Schwierigkeiten hätte führen können; waren wir doch jetzt gezwungen, Distanzen von bis zu 120 km und mehr am Tag zurückzulegen, und das häufig bei Gegenwind und Temperaturen von bis zu 39 Grad, um die nächstgelegene solide »Herberge« zu erreichen. Von den wenigen Autos, die uns auf diesen einsamen Strecken begegneten, hielten fast alle an, weil sich die Insassen nach unserem Befinden erkundigen wollten; und immer war die Frage: Habt ihr denn keine Angst? Vor Banditen, Bären, Tornados oder anderen Widrigkeiten? Unsere Antwort: »Nein – wir haben keine Angst!« Und tatsächlich: Wir hatten keine Angst. Es war der Vers 4 aus Psalm 61 –»Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden«–, der uns irgendwie auf einen Gott vertrauen ließ und uns stark machte. Es war dieses Vertrauen, das uns auch in brenzligen Situationen, die es durchaus gab, Kraft, Halt und Sicherheit bot. Dabei hat sich uns die Frage, ob dieser Gott nur als Bild existiert oder tatsächlich einer Wirklichkeit entspricht, nie gestellt. Wir haben uns einfach an »Ihm« festgemacht.

EGON UND URSULA WEISS, Maria Thalheim

»Wer ein Kind ansieht,
hat
GOTT AUF FRISCHER TAT ertappt.«

Das Zitat stammt von Martin Luther. Immer wenn ich ein kleines Kind anschaue, weiß ich: Gott liebt uns und hat uns wunderbar gemacht. Und dann denke ich daran, dass Jesus Kinder als Vorbild für den Glauben hinstellt (»Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Reich Gottes kommen«). Kinder sind voller Vertrauen; es geht ihnen gut, wenn die Eltern da sind; sie können sich auf Mama und Papa verlassen. Als Gottes Kind darf auch ich fest davon ausgehen, dass Gott für mich sorgt und es gut mit mir meint – egal, was passiert. Das gilt für alle meine Lebenssituationen. Gottes Liebe wird die Zeiten überdauern. Ich darf seine Hand fassen, im Vertrauen darauf, dass er mich durchs Leben führt. Dieses Wissen macht mich stark.

KLAUS-DIETER MÜLLER, Berlin

»Ist jemand IN CHRISTUS, so ist er
eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen,
siehe, Neues ist geworden.«

In Bonn hörte ich diesen Kernsatz aus 2. Korinther 5,17 etwa zehn Jahre nach Kriegsende. Die Siegermächte hielten uns ständig die Verbrechen vor. Gleichzeitig wurde alles Amerikanische als das Moderne, Bessere angepriesen. Damals predigte Professor Gollwitzer über den Kernsatz. Seine Eröffnung: »Wir Christen überholen die Moderne.« Modernes veraltet. Aber mit Christus beginnt die neue Schöpfung, die nicht veraltet. Die Hörer haben fasziniert mitgedacht. Wieso Christus? Und was bedeutet es, »in Christus« zu sein? Ich begriff, dass ich durch das Geschenk des Geistes Christi nicht mehr gefesselt bin an die deutsche Geschichte, auch nicht an mich selbst, und dass ich auch nicht hinter allem Neuen herhecheln muss. Sondern durch mein Vertrauen zu ihm, seinem Geist, bin ich frei geworden für das Doppelgeschenk seiner Vergebung und seiner Liebe. Beide Kräfte, Vergebung und Respekt, darf ich an andere weiterschenken. Sie veralten nie.

HANS-JÜRGEN SCHÄFER, Oldenburg

»Nähme ich FLÜGEL DER MORGENRÖTE und
bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine
Hand mich führen und deine Rechte mich halten.«

Das ist doch eine wahrlich starke Hoffnung! Egal, wo auch immer ich mich befinde (für den Psalmisten aus Psalm 139 mit seinem damaligen Weltbild ist das äußerste Meer gleichbedeutend mit dem Ende der Welt), bin ich in Gottes Hand. Wunderbar! Tröstlich und verlässlich!

CHRISTIANE LINDEN, Lüdenscheid

»Man muss GOTT MEHR GEHORCHEN
als den Menschen.«

Dieser Spruch aus der Apostelgeschichte 5, 29 war Jahreslosung zur »Blüm-Ära«, dem Jahr der Einführung der Pflegemodule. Ich arbeite in der Altenarbeit und bin damals mit auf die Straße gegangen, um einen Akzent gegen die Einführung der Pflegemodule zu setzen, ich muss nicht erläutern, was heutzutage Altenarbeit bedeutet, Pflegenotstand und dergleichen sind tägliche Zeitungsthemen. Aber der Jahresspruch von damals hat mich bis heute derart gestärkt, bestärkt, unterstützt und begleitet, sodass ich mich immer noch mit ganzer Seele motiviert und aktiv für die Altenarbeit einsetze und engagiere.

REINHILD HEYDASCH, Waltrop

»Ihr seid ZUR FREIHEIT BERUFEN, und durch
die Liebe diene einer dem andern.«

Dieser Satz ist mein Konfirmationsspruch, er steht in Galater 5, 13 a + c. Pastor Günter Twardella gab ihn mir am 6. Mai 1973 in der evangelisch-reformierten Kirche Wuppertal-Ronsdorf als Begleiter mit auf den Lebensweg. Das ist nun fast 40 Jahre her. Der Satz war und ist irgendwie immer da, mal im Hintergrund, häufig aber entscheidend wichtig. In all den Jahren habe ich erlebt – und dies gerade in Krisenzeiten und in Phasen des Zweifels –, dass innere Freiheit und Unabhängigkeit die Kraft geben zur Entscheidung für ein »Dienen in Liebe«. Und oft habe ich erfahren, dass dieses Dienen im Großen wie im Kleinen Flügel verleihen kann – und gerade so wieder die Freiheit und Liebe schenkt und freisetzt, die ihren Grund in Jesus Christus hat.

ULRIKE GRÜNROCK-KERN, Bremen

»Wir haben einen Gott, der da hilft,
und den Herrn, der
VOM TODE ERRETTET

Dies ist mein Konfirmationsspruch, der mich oft durch Leiden geführt hat. Er steht in Psalm 68, 21. Meine Krankheit Epilepsie hat mir seit meiner Jugend, vor etwas mehr als 20 Jahren nach meiner Konfirmation, schon viele Träume zerstört. Ich bin seitdem auf Medikamente angewiesen und beruflich stark eingeschränkt. Zudem ist Epilepsie bei einigen Menschen mit großen Vorurteilen verbunden. Das macht das Leben mit ihr nicht leichter. Der Vers trägt mich immer wieder durch mein Leben, wenn ich am Ende meiner Kräfte bin, wenn ich die Tiefpunkte in meinem Leben erreiche. Ich kann heute erkennen, dass mir mein starker Satz zur rechten Zeit die richtigen Menschen zur Seite gestellt hat und dass er auf wunderbare Weise eine Tür geöffnet hat, die nicht vorhanden schien.

LARS BROERS, Filsum

»Du stellst meine Füße AUF WEITEN RAUM

Er war plötzlich da, dieser Satz aus Psalm 31. Und wieder da. Und nochmal. Wurde zum starken Satz. Zum stärkenden. Zum bleibenden. Er wurde zum Trauspruch unserer Eheschließung. So (genau so) lebten wir miteinander und wollten wir miteinander leben. Auf oder in einem weiten Raum. Mit großer Offenheit. Mit großem Vertrauen. Mit weitem Raum für jeden von uns. Mit Möglichkeiten des Gehens, sich Entwickelns. Unterwegs sein. Die Ehe ist gescheitert – gar nicht lange nach diesem, unserem Satz. Geblieben ist der Satz. Und die Zuversicht, dass dieser Raum bleibt. Groß, offen. Ich kann vorwärts gehen. Mit Blick in die Weite. Gott an der Seite.

NADINE BIERE, Hannover

»FÜRCHTE DICH NICHT, denn ich habe
dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen
gerufen; du bist mein!«

Dieses Bibelwort – es steht in Jesaja 43,1 – ist mein Konfirmationsspruch. Lange Zeit war er ohne besonders existenzielle Bedeutung, bis ich mich öffentlich zu meiner Homosexualität bekannte und daraufhin in den Fokus vieler Menschen und Meinungen kam. Als Geistlicher war mir das wohl bewusst, ich hatte aber nicht geahnt, dass mich die folgenden Auseinandersetzungen damit in vielerlei Weise bis an meine Grenzen bringen würden. Und in solch einer sehr dunklen Stunde fiel mir der eingerahmte Spruch ins Auge, so oft gesehen – aber jetzt zum ersten Mal wirkte er auf mich, »sprach« zu mir. Was für Worte: »Fürchte dich nicht« und »du bist mein«. Da war kein Weg, keine plötzliche Lösung, aber ein Licht! Und so habe ich versucht, weniger der Angst und der Verzweiflung zu trauen als dem Zuspruch Gottes. Es war trotzdem nicht leicht und an schweren Stunden und Verzweiflung hat es nicht gemangelt, aber ich habe gelernt, dass es sich lohnt, mutig zu sein und sich nicht von der fehlenden oder entzogenen Anerkennung anderer abhängig zu machen. Nie werde ich diese Sternstunde vergessen.

STEFFEN POOS, Nieder-Moos

»Darum sorgt nicht für morgen, denn
der
MORGIGE TAG wird für das Seine sorgen.«

Immer wenn ich Stress habe und das Gefühl, dass ich die Kontrolle verliere, dann denke ich an diesen Satz in Matthäus 6, 34 aus dem Gleichnis vom »Schätze sammeln und Sorgen«. Dann kann ich gleich alles viel gelassener nehmen, denn ich weiß, alles ist gut so, wie es ist – und ich darf vertrauen auf Gott.

ELISABETH NEUHAUS, Bonn

»DEIN REICH komme …«

Ich stehe vor dem Spiegel, um meine Reflexionen zu sehen, und bete mein allabendliches Vaterunser. Der Passus »Dein Reich komme« weckt alte Ängste – ich bin 1941 geboren –, gibt mir aber gleichzeitig Hoffnung und Zuversicht. Ich weiß, dass »Sein Reich« das Ende der Welt bedeuten würde, wie wir sie kennen. Aber ich weiß auch, dass dieses »Sein Reich« nur durch uns kommen kann. Das ist mein Glaube und meine Zuversicht!

H. L.

»Ein Mensch sieht, was vor Augen ist;
der Herr aber sieht
DAS HERZ an.«

Diese Bibelstelle aus 1. Samuel 16, 7 ist mein Tauf-, mein Konfirmations- und mein Hochzeitsspruch. Von der Richtigkeit dieses Satzes konnte ich mich schon zigmal überzeugen.

GERHARD NIEMEYER, Oberhausen

»Mit meinem Gott kann ich
ÜBER MAUERN
springen.«

In den 80er Jahren, noch zu DDR-Zeiten, durfte ich meinen Onkel in West-Berlin zum Geburtstag besuchen. Eine Gelegenheit, wenigstens West-Berlin einmal zu sehen! Doch schon beim Eintreffen merkte ich: So recht passte es nicht. Was wollte der Neffe aus dem Osten? Dann kam ein Anruf von unserer Partnergemeinde aus Ludwigshafen. Ein Flugticket läge bereit. Es folgten fünf Tage voller Herzlichkeit, voller schöner, ungewohnter Eindrücke – und eine Sondersitzung des Gemeindevorstands. Zu Beginn meiner kurzen Vorstellung schlug ich das Losungsbuch auf und las den Spruch aus Psalm 18,30 für meinen Abreisetag nach West-Berlin: »Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.« Das Eis war gebrochen. Noch heute gibt es viele Freundschaften mit Christen in der Erlöserkirchengemeinde. Auch darum bin ich damals wieder in die DDR zurückgeflogen: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. Immer wieder und überall, in Ost und West, auf der ganzen Welt.

MICHAEL ROMAHN, Oranienbaum-Wörlitz

»Wenn ich dich anrufe, so erhörst du
mich und gibst meiner SEELE große Kraft.«

In einer schweren depressiven Lebensphase habe ich meinen starken Satz aus Psalm 138,3 in die Tat umgesetzt. Und siehe da, eines Tages wurde es wieder hell in meinem Leben! Fazit: Es ist mir klar geworden, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es mir gut geht. Inzwischen lebe ich viel bewusster und danke für schöne Momente, für liebe Menschen um mich herum und für den Schutzengel, der mich auf meinen Wegen begleitet.

CLAUDIA DICKE, Stuttgart

»Gott ist die Liebe und wer in der LIEBE bleibt,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.«

Schon als Teenager habe ich bei der Suche nach meiner Beziehung zu Gott gemerkt, dass ich der (katholischen) Kirche eher kritisch gegenüberstehe, und mich gefragt, ob ich die Instanz Kirche überhaupt brauche, um Gott nah zu sein. Eine Antwort habe ich bis heute nicht, aber mit meinem Satz aus 1. Johannes 4 habe ich für mich einen Weg gefunden, mich zu Gott zu bekennen. Ich versuche als Ehefrau, als Freundin, als Kollegin und generell mit Liebe Menschen und Tieren zu begegnen, sie so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte. Mit dieser Lebensweise ist Gott ein Teil von mir und diese Gewissheit lässt mich auch in schwierigen Zeiten neue Kraft finden: Ich vertraue auf die Liebe und somit auf Gott.

NICOLE BERSON, Goch

»Du umschließt mich von allen Seiten und
legst
DEINE HAND auf mich.«