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Irena Zeltner Pavlović, Martin Illert (Hrsg.)

OSTKIRCHEN UND REFORMATION 2017

BEGEGNUNGEN UND TAGUNGEN IM JUBILÄUMSJAHR

Band 2: Freiheit aus orthodoxer und evangelischer Sicht

Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek

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Cover: Kai-Michael Gustmann, Leipzig

Satz: 3W+P, Rimpar

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2019

ISBN 978-3-374-05950-8

www.eva-leipzig.de

Für Konstantinos Delikostantis

Φιλίας ἕνεκα

GELEITWORT

Der vorliegende Band dokumentiert den Besuch des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios in Deutschland im Mai 2017 anlässlich des 500. Reformationsjubiläums. Für sein Ökumenisches, Ökologisches und interreligiöses Engagement verlieh die Evangelisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen dem Patriarchen im Rahmen seines Besuches die Ehrendoktorwürde. An die Auszeichnung des Ehrenoberhauptes der Orthodoxen Kirche schloss sich ein orthodox-evangelisches Symposium unter dem Titel »Tübingen II. Freiheit aus orthodoxer und evangelischer Sicht« an, dessen Beiträge ebenfalls in diesem Band enthalten sind. Die evangelisch-theologische Fakultät Tübingen und die Vertreter der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland führten ihr theologisches Gespräch im Gedenken an die Kontakte zwischen den Tübinger Theologen und dem Ökumenischen Patriarchat im 16. Jahrhundert.

Insbesondere aus zwei Gründen war der Besuch des Ökumenischen Patriarchen ein wichtiges Ereignis für die Evangelische Kirche in Deutschland und für die Ökumene. Zum einen haben wir evangelischen Christinnen und Christen mit großer Freude gehört, wie Patriarch Bartholomaios in seiner Dankesrede für die Verleihung der Ehrendoktorwürde die reformatorische Theologie als Theologie der Freiheit würdigte:

»Ohne den Beitrag von Luthers Tat und Lehre wäre die Freiheit des Individuums nicht die Magna Charta Europas geworden. […] In diesem Sinne ist Martin Luther ganz gegenwärtig. Sein Freiheitsbegriff ist von zentraler Bedeutung für den Dialog des Christentums mit der modernen Welt […]. Die beste Art, des Reformationsjubiläums zu gedenken, ist auf dem Weg der ökumenischen Verständigung fortzuschreiten und effektives Zeugnis der befreiten christlichen Freiheit zu geben.«

Außerdem haben wir gemeinsam mit allen ökumenischen Geschwistern das Versprechen des Patriarchen dankbar begrüßt, das er in seiner Ansprache in der Stuttgarter Stiftskirche der ökumene in Deutschland gegeben hat. Im Anschluss an die Würdigung der Kirchenbeziehungen zwischen Evangelischen und Orthodoxen auf Weltebene und europäischer Ebene erklärte der ökumenische Patriarch zum Beitrag der Orthodoxie zur ökumene in Deutschland:

»Unsere Griechisch-Orthodoxe Metropolie wird ihre ökumenische Zusammenarbeit noch mehr intensivieren, sowohl auf der Ebene der orthodoxen Kirchengemeinden, wie auch als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, in den regionalen Arbeitsgemeinschaften und in den örtlichen ökumenischen Gremien, sowie in den gemeinsamen Kommissionen mit der Römisch-Katholischen und der Evangelischen Kirche. Das Gleiche empfehlen und erwarten wir auch von den anderen orthodoxen Diözesen und Gemeinden in Deutschland, im Geist der Beschlüsse des Heiligen und Großen Konzils von Kreta.»

Der Besuch des ökumenischen Patriarchen in Stuttgart und Tübingen, dessen Dokumentation wir hiermit vorlegen, war gerade auch aufgrund dieser beiden Erklärungen ein Ereignis, dessen Bedeutung für die ökumene in Deutschland über das Jahr 2017 hinausreicht.

Bischöfin Petra Bosse-Huber

Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit

Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland

EINLEITUNG

Auf Einladung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Württembergischen Landeskirche und der Evangelisch-Theologischen Fakultät Tübingen besuchte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios vom 29.–31. Mai 2017 Stuttgart und Tübingen, wo er am 30. Mai mit der Ehrendoktorwürde der Universität ausgezeichnet wurde. Der vorliegende Band dokumentiert den Besuch des Patriarchen, das begleitende Symposium.

Unsere Dokumentation beginnt mit dem Schreiben der Orthodoxen Bischofskonferenz zum Reformationsjubiläum 2017 und der Antwort des Ratsvorsitzenden. Die Orthodoxe Bischofskonferenz hatte sich auf ihrer März-Sitzung 2017 im Vorfeld des Besuches des Ökumenischen Patriarchen mit dem Reformationsjubiläum beschäftigt. In ihrem Schreiben charakterisiert die Bischofskonferenz ihr Verständnis der orthodox-evangelischen Kirchenbeziehungen und verbindet dies mit einer kurzen Selbstbeschreibung der orthodoxen Diaspora in Deutschland. Der Ratsvorsitzende greift in seiner Antwort würdigend das orthodoxe Verständnis des Dialoges zwischen beiden Kirchen auf und geht zugleich auf den Beitrag der Orthodoxen Kirche zur Integration der Migrantinnen und Migranten aus den orthodox geprägten Ländern ein.

Die Dokumentation des eigentlichen Besuches des Ökumenischen Patriarchen setzt mit den Reden zum Gottesdienst und zum Empfang am 29. Mai in Stuttgart ein, wo der Ökumenische Patriarch mit den Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zusammentraf. Den besonderen liturgischen Rahmen der Gottesdienste während des Patriarchenbesuches beschreibt der serbische Erzdiakon Milutin Marić:

»Ende Mai dieses Jahres besuchte Patriarch Bartholomaios I. zum dritten Mal die Bundesrepublik als Erzbischof von Konstantinopel und Ökumenischer Patriarch. Hauptziel seiner Reise war das Bundesland Baden-Württemberg mit den Städten Stuttgart und Tübingen. Anders als bei den ersten beiden Reisen, die einen pastoralen Charakter hatten, feierte der Patriarch in Stuttgart und Tübingen orthodoxe Gottesdienste in evangelischen Kirchen und betonte damit den starken Ökumenischen Charakter seiner Reise. In diesem kurzen Bericht möchte ich genauer auf die gottesdienstlichen Abläufe dieser außergewöhnlichen zwei Gottesdienste eingehen. Das Patriarchat von Konstantinopel hält sich an eine strenge gottesdienstliche Ordnung (Typikon), die auch in einem »nichtorthodox gestalteten« Kirchenraum zu befolgen war. Archimandrit Dr. Athenagoras Ziliaskopoulos aus Frankfurt a. M. und meine Wenigkeit hatten die außerordentliche Ehre, dem Patriarchen von Konstantinopel mit zu zelebrieren. Seine Allheiligkeit, der Patriarch, wurde am Kircheneingang in den Mandias (ein rotes langes Gewand) gekleidet und nahm mit Bischofstab in der Hand seinen Platz im Bischofsstuhl ein, links neben dem Altartisch. Die Psalmen wurden vom Patriarchen persönlich gelesen, Hymnen wurden vom byzantinischen Chor auf Griechisch gesungen und die Fürbitten von den Klerikern auf Deutsch vorgetragen. Für die gottesdienstliche Ordnung war der mitgereiste Diakon des Patriarchen zuständig, der uns vor dem Vespergottesdienst in die Finessen der konstantinopolitanischen gottesdienstlichen Ordnung einweihte. Bei dem Beweihräuchern der Kirche konnte man viele bekannte Gesichter aus der Welt der wissenschaftlichen Theologie sowie der Ökumene erkennen. Der Vespergottesdienst dauerte mit Ansprache (in einem sehr guten Deutsch verlesen) gut eine Stunde im Gegensatz zum Gottesdienst in Tübingen, der ohne Ansprache gut zehn Minuten dauerte, da es sich um eine »Doxologie« handelte, die üblicherweise gefeiert wird, wenn ein Bischof (oder Patriarch) zum ersten Mal eine Kirche besucht. Der Patriarch war wieder in seinem Mandias gekleidet und hielt den Bischofstab in der Hand. Begleitet wurde er von einem Archimandriten und zwei Diakonen. Die Gottesdienste, wie auch der gesamte Besuch des Patriarchen zeigten eine geschwisterliche Atmosphäre zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Orthodoxen Kirche. Die Ansprachen sowie auch die freundlichen Gespräche bei den Empfängen zeigten eindeutig, dass wir uns gegenseitig kennen, was wahrscheinlich auch die Hauptbedingung für einen erfolgreichen innerchristlichen Dialog ist.«1

Am Tag nach dem Gottesdienst in Stuttgart wurde dem Oberhaupt der Orthodoxen Kirche in der Stiftskirche Tübingen die theologische Ehrendoktorwürde verliehen. Wie Dekan Michael Tilly erklärte, würdigte die Evangelisch-Theologische Fakultät mit dieser Auszeichnung im Jubiläumsjahr der Reformation »das herausragende und jahrzehntelange Engagement des Patriarchen und seine Verdienste für die Verständigung zwischen der orthodoxen und der evangelischen Kirche«. »Der vielfach geehrte Ökumenische Patriarch Bartholomaios ist eine zugleich mahnende und ermutigende Stimme christlicher Religion und Theologie in einem pluralen Europa«, stellte die Fakultät fest.

Der an die Auszeichnung anschließende Vortrag des Ökumenischen Patriarchen enthält die wohl positivste Bewertung der Reformation, die in den vergangenen einhundert Jahren aus dem Munde eines orthodoxen Patriarchen erfolgt ist. Seine Würdigung der Reformation verbindet Bartholomaios – ganz im Sinne des panorthodoxen Konzils von Kreta 2016 – mit einem klaren Bekenntnis zur Ökumene. Die Perspektive auf die Reformation, die Bartholomaios in seinem Vortrag wählt, ist keineswegs nur auf den theologischen Dialog mit den Gedanken Martin Luthers beschränkt. Der Blick des Patriarchen bleibt auch nicht beim Briefwechsel zwischen den Tübingern Martin Crusius und Jakob Andreae und dem Konstantinopolitanischen Patriarchen Jeremias II. stehen. Vielmehr bezieht der Ökumenische Patriarch auch die orthodoxe Begegnung mit der reformierten Tradition unter Patriarch Kyrill Loukaris mit in seine Gesamtschau der Reformation ein und weitet damit das Gespräch zwischen Orthodoxie und Reformation über den Horizont des lutherisch-orthodoxen Dialoges hinaus aus.2

An die Verleihung der Ehrendoktorwürde schloss sich die evangelisch-orthodoxe Konferenz zum Thema »Freiheit aus orthodoxer und evangelischer Sicht« an, deren Einzelbeiträge hier kurz erwähnt seien:

Metropolit Elpidophoros (Lambriniadis) beschreibt in seinem Vortrag den geistigen und politischen Wandel des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit als Voraussetzung der Reformation. Die Theologie Luthers stellt der Autor in den zeitgeschichtlichen Kontext der »reformatio ecclesiae in capite et in membris«. Der Nutzen der Reformation und der Theologie Luthers für die Orthodoxie bestehe darin, »den Weg für die Ökumenische Suche nach der christlichen Einheit« zu eröffnen.

Jürgen Kampmann skizziert die politischen Rahmenbedingungen der Kontakte zwischen der Tübinger Fakultät sowie der Württembergischen Landeskirche und dem Ökumenischen Patriarchat im 16. Jahrhundert und stellt dann die lutherisch-orthodoxe theologische Debatte über die Confessio Augustana dar. Obgleich das Gespräch neben Divergenzen in der Lehre auch Konsenspunkte herausarbeitete, sei es aufgrund geschichtlich bedingter Voraussetzungen, wie beispielsweise einem geringen Wissensstand über das jeweils andere Kirchenwesen, nicht fortgesetzt worden.

Christof Landmesser geht der Frage nach, in welcher Weise das Freiheitsverständnis des Paulus durch den Christusglauben eigene Akzentuierungen gegenüber der frühjüdischen und der hellenistischen Tradition erhielt. Freiheit bei Paulus ist nach Landmesser nicht »auf eine Willensfreiheit des Subjekts zu reduzieren«, sondern ist als »Vollzug des vom Schöpfer im Christusgeschehen verschafften Lebens« zu verstehen.

Konstantin Nikolakopoulos untersucht die Frage der Schriftinterpretation in den orthodox-reformatorischen Gesprächen »Tübingen I« und in der modernen orthodoxen und evangelischen Schriftauslegung. Zwar gebe es nach wie vor divergierende Interpretationen der Hl. Schrift zwischen Orthodoxie und Protestantismus, doch könne dank der Ökumenischen Begegnungen von »einer größeren Annäherung« in der Exegese gesprochen werden. Diese Annäherung könne sich auf den gesamten Ökumenischen Prozess positiv auswirken.

Volker Henning Drecoll fragt nach Differenzen im Freiheitsverständnis der lateinischen und griechischen Patristik am Beispiel der Kirchenväter Augustin und Gregor von Nyssa. Nach Drecoll bieten die evangelische und orthodoxe patristische Tradition bei allen Unterschieden auch »konvergierende Anknüpfungspunkte«, die es ermöglichen, »eine christliche Anthropologie in Ökumenischem Austausch zu entwickeln«.

Viorel Mehedințu vertritt die These, dass der Briefwechsel zwischen Tübingen und Konstantinopel positiver verlaufen wäre, wenn weitere reformatorische Texte wie die Apologie oder der Große Katechismus herangezogen worden wären. Nach einer kurzen Darstellung der zentralen Aspekte des klassischprotestantischen Kirchenverständnisses arbeitet der Autor die Aspekte der orthodoxen Ekklesiologie heraus, die für ein vertieftes Ökumenisches Gespräch fruchtbar gemacht werden können.

Assaad Kattan behandelt das Verhältnis von Theologie und Freiheit in der Kontroverse über die Sophia-Lehre Sergej Bulgakovs. Aktuell gelte es für die orthodoxe Theologie, weniger die Sophia-Debatte neu aufzunehmen, als vielmehr, sich auf »Abenteuer eines offenen Dialogs« mit der Moderne einzulassen.

Als »kontroverse[n] Punkt« hinsichtlich des orthodoxen und des protestantischen Freiheitsverständnisses identifizert Elisabeth Gräb-Schmidt in ihrem Beitrag zur »Anthropologie der Freiheit in reformatorischer Perspektive« »die Frage nach dem Zusammenwirken von Gott und Mensch im Blick auf die menschliche Freiheit, die Frage des Synergismus«. Die Autorin ist der Ansicht, dass »auf der Basis des Eingeschlossenseins menschlicher Handlung in das Befreiungsgeschehen durch Christus« auch eine »Möglichkeit gegenwärtiger Annäherungen des orthodoxen und reformatorischen Freiheitsverständnisses« besteht.

In seinem überblick über den lutherisch-orthodoxen theologischen Dialog auf Weltebene weist Athanasios Vletsis eingangs mit den Worten des Ökumenischen Patriarchen darauf hin, dass es ein »schwerer Fehler« sei, »die Ergebnisse des theologischen Dialogs zu unterschätzen«. Seine These untermauert Vletsis mit zahlreichen Belegen der in den theologischen Gesprächen erarbeiteten Annäherung und der übereinstimmung zwischen Panorthodoxie und Lutherischem Weltbund.

Friedrich Schweitzer untersucht den evangelischen Freiheitsbegriff in der religiösen Erziehung. Obgleich der Begriff in der klassisch-reformatorischen Katechetik keine Rolle spiele, könne doch von »einer freiheitlichen Grundlage religiöser Erziehung in evangelischer Perspektive« gesprochen werden. Die Erziehung zu Freiheit sei deshalb »als genuin evangelisches Anliegen zu vertreten«.

Milutin Marić: Der Patriarch von Konstantinopel zu Besuch in Württemberg (29.–30. Mai 2017), in: Momente der Ökumene, herausgegeben vom Kirchenamt der EKD, Hannover 2017, 4–5.

Unter dem Namen des Patriarchen Kyrillos Loukaris erschien 1629 in Genf die »Confessiofidei orthodoxae«, deren Autor einen kritischen Blick auf die kirchlichen Konzilien,die Transsubstantiationslehre, die Siebenzahl der Sakramente, die Bilderverehrung,die Gebete für Verstorbene warf. Ferner vertrat der Text die Rechtfertigung allein durchden Glauben und die doppelte Prädestination. Die orthodoxen Synoden von Konstantinopel (1638), Jassy (1642) und Jerusalem (1672) verwarfen die »Confessio des Loukaris«.

DAS SCHREIBEN DER ORTHODOXEN BISCHOFSKONFERENZ ZUM REFORMATIONSJUBILÄUM 2017

Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender, lieber Bruder Bedford-Strohm,

die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland hat sich in ihrer Sitzung vom 6. März 2017 unter anderem mit dem Reformationsjubiläum beschäftigt und einstimmig beschlossen, Ihnen diesen Brief zu schreiben.

Das Jubiläum ist nämlich für uns Orthodoxe ein willkommener Anlass auch auf fünf Jahrhunderte wechselseitiger Beziehungen zurückzuschauen: Bereits in der Reformationszeit erfolgte die Aufnahme von direkten Beziehungen zwischen deutschen reformatorischen Theologen und dem Ökumenischen Patriarchen in Konstantinopel, etwa durch Melanchthon, der sich von Wittenberg aus bemühte, mit Konstantinopel in Verbindung zu treten. Das Resultat war die griechische Fassung der Confessio Augustana sowie der Briefwechsel der Tübinger Theologen mit dem Ökumenischen Patriarchat. Dieser Briefwechsel endete bekanntlich seinerzeit mit den Worten des Patriarchen Jeremias II: »Geht nun euren Weg! Schreibt uns nicht mehr über Dogmen, sondern allein um der Freundschaft willen, wenn ihr das wollt. Lebt wohl!«

Aus diesen Worten spricht zum einen die Unmöglichkeit, die Patriarch Jermias sieht, Hauptanliegen der Reformation, wie etwa die Rechtfertigungslehre, als mit der orthodoxen Theologie und Glaubenslehre kompatibel zu sehen, zum anderen aber auch der Wunsch nach brüderlichen Kontakten, eben – in seiner Diktion – nach Freundschaft.

Heute leben im Kernland der Reformation etwa 2 Millionen Gläubige. Sie sind nicht mehr Außenseiter oder Gäste, sondern Kirche Jesu Christi, die »hier lebt« (vgl. Clemens von Rom, 1. Korintherbrief). Sie leben Tür an Tür mit ihren evangelischen Nachbarn und sind ein integrierter Bestandteil der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Sie nehmen Anteil an dem, was hierzulande besprochen und diskutiert wird; sie »freuen sich mit den sich Freuenden und weinen mit den Weinenden« (Röm 12,15). So geht auch das diesjährige Jubiläumsjahr der Reformation nicht spurlos an ihnen vorbei, ebensowenig wie an uns, den orthodoxen Bischöfen in Deutschland.

Wir haben dankbar zur Kenntnis genommen, dass es bei diesem Jubiläum nicht um eine Glorifizierung Martin Luthers oder anderer Gestalten der Reformationszeit gehen soll, sondern, dass die Bezeichnung »Christus-Jahr« gewählt wurde, die auf den Urheber und Vollender unseres Glaubens hinweist.

Wir sind nämlich auch der Auffassung, dass eine Spaltung der Kirche Jesu Christi nicht etwas ist, das gefeiert werden kann. Vielmehr hören wir mit Ihnen gemeinsam, liebe Geschwister aus der Reformation, die Worte des hohepriesterlichen Gebetes unseres Herrn »dass alle eins seien« (Joh 17,21).

Im Sinne der von Patriarch Jeremias II. beschworenen Freudschaft grüßen wir Sie, den Rat, die Leitung und die Gliedkirchen der EKD, deshalb herzlich aus Anlass des Jubiläumsjahres der Reformation, mit dem alttestamentlichen Wort: »So habt nun acht, dass ihr tut, wie euch der Herr, euer Gott, geboten hat, und weicht nicht, weder zur Rechten noch zur Linken, sondern wandelt in allen Wegen, die euch der Herr, euer Gott, geboten hat, damit ihr leben könnt und es euch wohl geht und ihr lange lebt (Dtn 5,32f.).

Mit herzlichen Segenswünschen
Metropolit Augoustinos von Deutschland, Exarch von Zentraleuropa, Vorsitzender und die übrigen Mitglieder der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland.

DIE ANTWORT DES RATSVORSITZENDEN AUF DAS SCHREIBEN DER ORTHODOXEN BISCHOFSKONFERENZ IN DEUTSCHLAND

Sehr geehrter Herr Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz, lieber Bruder Augoustinos,

haben Sie vielen Dank für den Gruß der OBKD zum Reformationsjubiläum, den wir gern dem Rat und der Kirchenkonferenz zur Kenntnis gegeben haben. Beide Gremien freuen sich, Ihnen dieses Schreiben zu senden.

Wir danken Ihnen für die Würdigung der Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum, die wir in der Tat als ein Christusfest verstehen, das wir jenseits konfessioneller Selbstverherrlichung und Polemik in ökumenischer Gemeinschaft mit unseren Schwesterkirchen begehen.

Die Feier unseres Jubiläums als ein Christusfest ist nicht zuletzt dadurch möglich geworden, dass Kirchen, die zum Zeitpunkt der Reformation aus der damaligen Perspektive noch fast ausschließlich in »fremden« Ländern lebten, heute, wie Sie zu Recht mit Blick auf die orthodoxen Christinnen und Christen in Deutschland hervorheben, seit vielen Jahrzehnten in Deutschland beheimatet sind.

Der »Dialog der Liebe«, den Sie mit den Worten des Patriarchen Jeremias II. beschreiben, und den die Evangelische Kirche in Deutschland und ihre Gliedkirchen seit langer Zeit auf vielen Ebenen mit den Orthodoxen Kirchen pflegen, hat nach unserer Ansicht einen Beitrag zu diesem Heimisch-Werden geleistet. Es freut es uns deshalb besonders, dass im kommenden Mai in Tübingen und Stuttgart durch den Besuch seiner Allheiligkeit Patriarch Bartholomaios und die theologische Konferenz »Tübingen II« an die Anfänge der Kontakte zwischen Orthodoxie und Evangelischer Kirche erinnert wird und der Dialog der Liebe zwischen unseren Kirchen fortgesetzt wird.

Persönlich, aber auch im Namen des Rates und der Kirchenkonferenz, grüße ich Sie und die Mitglieder der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland in Verbundenheit in Christus

Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm

Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

BESUCH DES ÖKUMENISCHEN PATRIARCHEN IN STUTTGART UND TÜBINGEN 28.05.–30.05.2017

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Der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Stohm begrüßt den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios (Foto: Marc Witzenbacher).

BEGRÜßUNG DES ÖKUMENISCHEN PATRIARCHEN IM GOTTESDIENST IN DER STUTTGARTER STIFTSKIRCHE

Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm

Allheiligkeit, Exzellenzen und Eminenzen, sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns sehr, dass Sie, Allheiligkeit, unsere Einladung im 500. Jahr der Reformation angenommen haben und zu uns nach Deutschland gekommen sind. Metropolit Augoustinos danken wir herzlich für alle Vermittlung bei der Organisation Ihrer Reise.

Als unsere Kirchen im sechzehnten Jahrhundert miteinander Kontakt aufnahmen, war das nur durch Briefe möglich. Ein Schreiben aus Deutschland an den Ökumenischen Patriarchen war mehrere Wochen unterwegs und der Briefwechsel zwischen den Tübinger Theologen und Patriarch Jeremias II. zog sich über sieben Jahre hin. Heute haben die Kontakte zwischen unseren Kirchen eine andere Dynamik – und auch eine andere Qualität. Dies hat auch damit zu tun, dass wir einander persönlich begegnen. Sie beehren uns heute und morgen durch Ihr persönliches Erscheinen und ich selbst erinnere mich gern an unsere beiden Begegnungen im vergangenen Jahr auf Kreta beim Heiligen und Großen Konzil der Orthodoxen Kirche und im September in Istanbul und an Ihre großartige Gastfreundschaft.

Das Konzil auf Kreta ist nicht allein für die Orthodoxe Kirche, sondern auch für uns Evangelische bedeutsam. Die Enzyklika des Konzils und Sie, Allheiligkeit, in Ihren Ansprachen auf dem Konzil, haben deutlich gemacht, dass neben den innerorthodox wichtigen Fragen wie der Ekklesiologie und dem Kirchenrecht auch Themen dringlich sind, die uns Christen gemeinsam betreffen, wie unsere Beziehung zur Umwelt, bioethische und geistliche Herausforderungen und das Verhältnis von Christen untereinander ebenso wie der interreligiöse Dialog. Dass wir Sie als eine Persönlichkeit schätzen, die in diesen Fragen eine besonders profilierte und glaubwürdige Stimme erhebt, davon wird morgen bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der evangelisch-theologischen Fakultät Tübingen an Sie noch ausführlich die Rede sein.

Heute möchte ich nur einen Punkt ansprechen, der uns seit dem Konzil von Kreta bewegt. Mit dem Dokument über die Beziehungen der orthodoxen Kirche zur übrigen christlichen Welt hat die Orthodoxe Kirche ein wichtiges Wort zur Ökumene gesagt. Und die Evangelische Kirche in Deutschland hat dies sehr dankbar gehört. Das panorthodoxe Konzil hat nämlich festgestellt, dass sowohl auf panorthodoxer wie auf lokaler Ebene der multilaterale und der bilaterale Dialog beständig gewünscht ist. Sie haben dies in den vergangenen Wochen mit Ihrem gemeinsamen Gebet in Kairo und bei Ihrem Besuch beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf erneut eindrucksvoll unterstrichen.

Dass dieser Geist auch für den bilateralen theologischen Dialog gilt, den die Evangelische Kirche in Deutschland mit dem Ökumenischen Patriarchat führt, zeigt das Buch, das ich Ihnen heute überreiche. Vor drei Jahren im Berliner Dom schenkte Ihnen mein Vorgänger Nikolaus Schneider die deutsche Fassung des Wörterbuchs zu den bilateralen Dialogen der EKD mit den orthodoxen Patriarchaten Konstantinopel, Moskau, Bukarest und Sofia. Dieses kleine Buch »gibt ein klares Zeugnis von der Erfahrung der Nähe und dem Bewusstsein ökumenischer Zusammengehörigkeit, das wir weiter vertiefen wollen«, wie unsere Ökumeneund Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber im Vorwort schreibt. Nachdem in der Zwischenzeit eine russische und eine rumänische Übersetzung erarbeitet wurden, überreiche ich Ihnen heute die griechische Übersetzung des Wörterbuches zu den bilateralen Dialogen der Evangelischen Kirche mit orthodoxen Kirchen, herausgegeben von der Orthodoxen Akademie Volos.

GEISTLICHES WORT IM GOTTESDIENST IN DER STUTTGARTER STIFTSKIRCHE

Landesbischof Frank Otfried July

Allheiligkeit, Eminenzen, hier in besonderer Weise, Metropolit Augoustinos als Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz und Exzellenzen, Brüder und Schwestern in Christus, sehr geehrte Damen und Herren,

für die Evangelische Landeskirche in Württemberg heiße ich Sie, Allheiligkeit, gemeinsam mit Ihrer Delegation sehr herzlich in der Stuttgarter Stiftskirche willkommen! Ich freue mich persönlich sehr, Ihnen wiederbegegnen zu können.

Mit den Worten der Tageslosung in Ps 5,13 grüße ich Sie: »Du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde«, so lautet das Losungswort für diesen Tag. In unseren Kalendern ist für den heutigen Tag vermerkt, für die Einheit der Christen zu beten, also die Gebetswoche für die Einheit der Christen zu begehen, wo dies nicht bereits im Januar geschehen ist. Es ist uns eine Ehre und tief empfundene Freude, an diesem Tag hier in der Stuttgarter Stiftskirche als Christen verschiedener Konfessionen im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zusammen zu sein. Wo wir in seinem Namen zusammenkommen, schenke er uns die Gnade des Dialoges von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz, eines Dialogs, in dem sein Wort groß werde und seine Verheißung an uns allen.

Alles wirkliche Leben ist Begegnung, so Martin Buber. Und der in unserer Stiftskirche beigesetzte Reformator Württembergs, Johannes Brenz, war einer, der für den geduldigen theologischen Austausch eintrat. Begegnung und Dialog mit den Christen des Ostens war für unsere Vorfahren schon vor Jahrhunderten ein Anliegen. Dieser Dialog Tübingen I, von dem in den kommenden Tagen noch die Rede sein wird, ist Namensgeber für unsere Begegnungen in diesen Tagen, Begegnung und Dialog, die aus einer Vielzahl an Gründen eine andere Qualität haben als der Dialog in der lange zurückliegenden Zeit. Den Raum dieser Kirche öffnen wir zum Abendgebet in der Tradition der Orthodoxen Kirche. Gottes Gnade schenke uns in diesen Tagen Raum für echte Begegnung und den Dialog, in dem die Einheit in Christus sichtbar werden kann.

ANSPRACHE WÄHREND DER VESPER IN DER STIFTSKIRCHE IN STUTTGART

Ökumenischer Patriarch Bartholomaios

Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, sehr geehrter Herr Landesbischof von Württemberg Frank Otfried July, liebe Brüder und Schwestern in Christus,

wir befinden uns noch in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten. In einer Periode großer Feste also, bei denen uns Christen in diesem Jahr der Segen zuteilwurde, sie gleichzeitig zu feiern.

Gestern hat die Orthodoxe Kirche den Sonntag der Väter von Nizäa gefeiert, also der 318 »theophoren« Konzilsväter, welche die Gottheit Jesu Christi, den ὁμοούσιος-Charakter des ewigen Gottessohnes dogmatisiert haben. Da liegt das tiefe Geheimnis unseres Glaubens und unserer Erlösung. Durch seine Menschwerdung, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung hat uns der ewige Logos mit Gott versöhnt und durch die Sendung des Heiligen Geistes uns die gnadenhafte Gemeinschaft mit Gott in seiner Kirche geschenkt.

Das Pfingstfest ist nahe. Wir grüßen Sie in dankbarer Freude für unsere Begegnung, die uns erlaubt, über die magnalia Dei, die großen Taten Gottes, miteinander im Namen unseres Herrn Jesus Christus zu sprechen, fest im Glauben, dass »jeder, der den Namen des Herrn anruft, gerettet wird« (Apg 2, 21).

Vor mehr als vier Jahrhunderten haben bekanntlich Pioniere der Reformation die Begegnung mit der Orthodoxen Kirche gesucht. Jene historische theologische Korrespondenz mit unserem damaligen Vorgänger, dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Jeremias II., wurde mit seinem Schreiben vom 6. Juni 1581 abgebrochen. Sicher nicht ohne Schmerzen unterzeichnete der Patriarch jenen Brief, den er mit folgenden Worten an die Tübinger Professoren schloss: »Geht nun Euren Weg! Schreibt uns nicht mehr über Dogmen, sondern allein um der Freundschaft willen, wenn Ihr das wollt. Lebt wohl!«.

Um dieser Freundschaft willen sind wir zu Ihnen gekommen. Sie haben uns mit Ehren empfangen und mit Worten der Liebe begrüßt! Wir und unsere Begleiter danken Ihnen und Ihren Mitarbeitern, lieber Herr Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, für die freundliche Einladung.

Im Juni letzten Jahres haben Sie uns die Freude gemacht, Ihre Kirche bei dem Heiligen und Großen Konzil der Orthodoxen Kirche in Kreta als Beobachter zu vertreten und uns später im Sitz unseres Ökumenischen Patriarchates in Konstantinopel zu besuchen. Wir erwidern die Ehre und wünschen Gottes reichen Segen für das Jubiläum der Reformation. Unsere heutige Begegnung mit seiner Exzellenz, Herrn Winfried Kretschmann, dem Ministerpräsidenten des Bundeslandes Baden-Württemberg, war eine zusätzliche Freude für uns. Wir wiederholen öffentlich hier unseren herzlichen Dank!

Unser Dank gilt ebenso Ihnen, lieber Herr Landesbischof Frank Otfried July, sowie Ihnen allen, liebe Schwestern und Brüder, die uns mit Ihrer Anwesenheit die Freude der Gemeinschaft schenken. Da wir heute in der Württembergischen Evangelischen Landeskirche zusammen sind, möchten wir zwei von mehreren Gründen erwähnen, die unsere Kirche dankbar mit Ihrer Landeskirche verbinden:

Erstens, die unschätzbare gelebte Gastfreundschaft, Hilfe und ökumenische Solidarität, welche den Orthodoxen gewährt wird, die als Arbeitende, Studenten oder in anderen Eigenschaften in dieses Land gekommen sind. Das Gleiche gilt für unsere Gemeinden hierzulande, während langer Jahrzehnte und bis heute, wofür wir aufʼs Innigste dankbar sind.

Dies gilt natürlich für ganz Deutschland. Zeuge dieser Solidarität ist unser Bruder in Christus Augoustinos, der Metropolit der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Exarch des Ökumenischen Patriarchats in Zentraleuropa und Präsident der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland ist und der besser als jeder andere die wunderbare Geschichte der Menschlichkeit kennt und zu erzählen weiß.

Die Präsenz der orthodoxen Diaspora in Westeuropa war ein entscheidender Motor ökumenischen Handelns. Mit den Worten von Bischof Augoustinos: »Unsere Anwesenheit in Deutschland hat uns in einen Dialog der Wahrheit und der Liebe mit den anderen Kirchen Deutschlands gestellt, den wir allein schon durch unser tägliches Miteinander […] führen«. Das reibungslose Zusammenleben der orthodoxen Christen mit ihren westlichen Brüdern und Schwestern in Christus, die vielfältige Unterstützung durch die Gewährung von Kirchenräumen zur Feier ihrer Gottesdienste, die karitativen Institutionen, die vielen ökumenischen Begegnungen, die Feiern und Gebete, sind Dimensionen des Dialogs des Lebens, welcher Gemeinschaft etabliert und die eigene Identität bereichert. Er kultiviert Offenheit und Respekt für den anderen und stärkt gleichzeitig das Bewusstsein vom Gemeinsamen bei allen Christen. Er macht auch die Notwendigkeit eines dezidierten christlichen Zeugnisses deutlich, in Treue zu den kirchlichen Traditionen und aus der Wahrheit des großen gesamtchristlichen Erbes, angesichts der vielen Herausforderungen der Zeit und den bedrängenden existenziellen Fragen der zeitgenössischen Menschen.

Wir sind überzeugt, dass die orthodoxe Diaspora in diesem Lande künftig eine noch größere ökumenische Rolle spielen wird. Unsere Griechisch-Orthodoxe Metropolie wird ihre ökumenische Zusammenarbeit noch mehr intensivieren, sowohl auf der Ebene der orthodoxen Kirchengemeinden, wie auch als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, in den regionalen Arbeitsgemeinschaften und in den örtlichen ökumenischen Gremien, sowie in den gemeinsamen Kommissionen mit der Römisch-Katholischen und der Evangelischen Kirche. Das Gleiche empfehlen und erwarten wir auch von den anderen orthodoxen Diözesen und Gemeinden in Deutschland, im Geist der Beschlüsse des Heiligen und Großen Konzils von Kreta.

Schöpferische Zusammenarbeit wird auf akademischer Ebene bekanntlich gerne geboten sowohl von den Lehrkräften der Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie der Universität München, dem Lehrstuhl für Orthodoxe Theologie der Universität Münster, als auch von orthodoxen Theologen, die in Deutschland leben.

Auf einen zweiten Grund unserer Dankbarkeit möchten wir hinweisen, lieber Herr Bischof July. Das genannte Heilige und Große Konzil hat in der Orthodoxen Akademie Kretas stattgefunden.

Warum erwähnen wir dies hier? Weil bekanntlich, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, Ihr Vorgänger, der Landesbischof Theophil Wurm, zusammen mit dem Pfarrer Eberhard Müller, inspiriert von der dialogischen Philosophie des Sokrates und Platons und von der Praxis seiner Akademie und des Symposiums, nicht weit von hier die Evangelische Akademie in Bad Boll gegründet haben. Diese neuartige Institution, die bald weltweit Nachahmung fand und bis heute wohl die größte und erfolgreichste bleibt, unterstützte energisch auch die Entstehung unserer Orthodoxen Akademie Kretas.

Diese, unter unserer Ägide stehende Akademie, vor etwa 50 Jahren ein Novum und Unicum in der Welt der Orthodoxie, hat diese neue Art kirchlicher Martyria und Diakonia und insbesondere das dialogische Denken und Handeln, sowie die interorthodoxe Gemeinschaft und das ökumenische Zueinander, im Geist unseres Patriarchats, dynamisch gefördert. Auf einstimmige Entscheidung aller Vorsteher der Orthodoxen Autokephalen Kirchen in ihrer Synaxis in Chambésy/Genf (Januar 2016), hat deshalb auch das genannte Heilige und Große Konzil, wie schon erwähnt, in dieser Akademie stattgefunden.

Wie bei anderen Gelegenheiten sprechen wir auch heute unseren Dank aus an die Landeskirche von Württemberg, wie auch an die Evangelische Kirche in Deutschland für die Unterstützung mehrerer Projekte in der Orthodoxen Kirche im Rahmen der zwischenkirchlichen Solidarität.

Eines von diesen Projekten möchten wir heute nennen. Im April dieses Jahres haben wir in Chambésy-Genf das 50-jährige Bestehen des dortigen Zentrums unseres Ökumenischen Patriarchats gefeiert. Dieses Zentrum hat vielfältige Aufgaben erfüllt, wie, unter anderen, die Vorbereitung des Heiligen und Großen Konzils. Dort haben mehrere von unseren bilateralen theologischen Dialogen stattgefunden, wie auch unzählige andere ökumenische Begegnungen und Aktivitäten. In diesem Zentrum hat ferner unser Orthodoxes Institut für höhere theologische Studien seinen Sitz. Das Institut bietet seit 1997 jungen diplomierten Theologen aus allen Orthodoxen Kirchen die Möglichkeit für höhere theologische Studien und für ökumenische Erfahrungen. Hier lebt die Theologie von ihrem Bezug zur Tradition und von der Offenheit zur Ökumene und zur Welt von heute.

Bei der genannten Feier haben wir dankbar auch an den verewigten Bischof Hermann Kunst gedacht, der, als Präsident der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklungshilfen, dieses Zentrum, ebenso wie die Akademie Kretas, unterstützt hat.

Verehrter Herr Ratsvorsitzender, sehr geehrter Herr Landesbischof, liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

in diesem Jahr feiern Sie, hier in Deutschland aber auch weltweit, das Jubiläum der 500 Jahre seit der Reformation. Wir gedenken mit Ihnen, im Lande der Reformation, dieses großen Ereignisses der Kirchen- und der Weltgeschichte. Martin Luther ging es um die wahre Identität des Christenmenschen coram Deo und coram hominibus. Was durch die beharrliche Berufung des Reformators auf das Evangelium begonnen hat, wurde nicht nur zum Schicksal für die Kirche, sondern es hat die gesamte Kultur umgestaltet. Die Reformation hat neben der kirchlichen auch eine welthistorische, politische, soziale und kulturelle Bedeutung.

Auch das orthodoxe Christentum hat entscheidenden Anteil an der geistigen und geistlichen Formung der orthodoxen Völker und auch unserer europäischen Kultur. Freilich wurde die östliche Orthodoxie oft als weltabgewandt kritisiert. Diese Ansicht wurde mit der Zentralität des Kultes und des liturgischen Lebens bei den Orthodoxen begründet. Die Wahrheit ist, dass das ganze Leben der Kirche eine Liturgie ist, als Eucharistie und als »Liturgie nach der Liturgie«, als Gottesdienst und Menschendienst. »Da das ganze Leben der Kirche eucharistisch ist, ist auch die soziale Aktion der Kirche liturgisch, ihre Diakonie ist ›liturgische Diakonie‹«. Das Heilige und Große Konzil von Kreta hat durch den Text »Die Sendung der Orthodoxen Kirche in der heutigen Welt« und durch seine Enzyklika dieser Wahrheit deutlichen Ausdruck verliehen.

Liebe Freunde,

Jubiläen bieten, unter anderem, Gelegenheit für Erinnerung, Einkehr, Reflexion und Aktion. Einkehr, als Blick nach innen, erleuchtet vergessene Schätze des Glaubens und zeigt neue Wege für geistliches Streben, Selbstprüfung und für neue Perspektiven und Aktionen. Wir alle wissen, wie wichtig auch heute, oder: besonders heute, das gemeinsame christliche Zeugnis ist. Wir sind aufgefordert, in der heutigen Krise der Freiheit und der Freiheiten, die libertas christiana, die Wahrheit als befreite konkrete Freiheit zu leben und zu bezeugen.

Wir danken Ihnen nochmals aus vollem Herzen und wünschen gute geistliche Früchte aus dem Jubiläum und reichen Segen Gottes auf die Kirchen und das Volk Ihres großen Landes.

GRUßWORT BEIM EMPFANG IM ALTEN SCHLOSS IN STUTTGART

Bischöfin Petra Bosse-Huber

Allheiligkeit, Eminenzen und Exzellenzen, sehr geehrte Damen und Herren,

gemeinsam mit Ihrer Delegation heißen wir Sie, Allheiligkeit, sehr herzlich in Deutschland willkommen.

Wir danken Ihnen für Ihren Besuch in diesem für uns so wichtigen Jahr. Ihr Kommen zeigt den evangelischen und orthodoxen Christinnen und Christen in Deutschland, wie wichtig die vertrauensvollen Beziehungen zur Orthodoxen Kirche sind, die wir im Ökumenischen Rat der Kirchen, in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, in unseren bilateralen Dialogen mit den Patriarchaten Konstantinopel, Moskau und Bukarest und in den Gesprächen mit der Orthodoxen Bischofskonferenz intensiv, auf vielen Ebenen und mit Freude pflegen.

Über anderthalb Millionen orthodoxer Christen leben heute in Deutschland und wir wissen uns ihnen als unseren Geschwistern im Glauben an das Evangelium verbunden. Heute gibt es orthodoxen Religionsunterricht an vielen Schulen und eine orthodoxe Theologenausbildung an deutschen Hochschulen. Für die EKD ist die Orthodoxie ein unverzichtbarer ökumenischer Gesprächspartner. Unseren bilateralen Dialog mit dem Ökumenischen Patriarchat verstehen wir als einen Dialog der Liebe, der nicht in erster Linie auf der Suche nach einem Lehrkonsens zwischen unseren Kirchen ist, sondern der die Gläubigen unserer Kirchen ermutigt, Klischees und Stereotypen zu überwinden und einander noch besser kennenzulernen. Der orthodoxen Bischofskonferenz sind wir dankbar, dass sie diesen Charakter und diese Zielsetzung unserer Kontakte im Schreiben ihres Vorsitzenden an den Ratsvorsitzenden anlässlich des Reformationsjubiläums deutlich herausgestellt hat.

Im unserem bilateralen Dialog sprechen wir miteinander über die Fragen des Zusammenlebens der Völker Europas und über das Miteinander der verschiedenen kirchlichen und religiösen Identitäten. Wie wichtig diese Fragen gerade heute sind, ist uns allen bewusst. Viele der Gedanken, die Sie, Allheiligkeit, vor politischen Institutionen wie dem europäischen Parlament, vor ökumenischen Partnern wie dem Weltrat der Kirchen oder im Orthodoxen Kontext auf dem Heiligen und Großen Konzil entfalteten, wirken in unseren Gesprächen weiter: Das Verhältnis von Einheit und Vielfalt in Kirchen und Gesellschaften, der interreligiöse Dialog, das hochaktuelle Thema der Religionsfreiheit und die bleibende Herausforderung der Schöpfungsverantwortung – alle diese Themen spielen eine zentrale Rolle für das Selbstverständnis unserer Kirchen und für das gemeinsame Zeugnis, das unsere Kirchen hier in Deutschland und weltweit geben. Das Heilige und Große Konzil der Orthodoxen Kirche, das im vergangenen Jahr unter ihrer Leitung auf Kreta stattfand, hat die Bedeutung dieser Themen für die Orthodoxie eindrücklich herausgearbeitet. Mit besonderer Freude haben wir auch das Dokument zum Verhältnis der orthodoxen Kirche zur übrigen christlichen Welt gelesen und sind dankbar für die Würdigung und Wertschätzung, die die Ökumene in dem Konzilstext erfährt.

Unsere jüngste Begegnung im bilateralen Dialog mit dem Ökumenischen Patriarchat war dem Thema Das Bild Christi in der evangelischen und der orthodoxen Frömmigkeit gewidmet. Damit wurde – erstmals in unseren Dialogen – die Ikone zum Thema unserer Gespräche. Nach der Frömmigkeit haben wir gefragt, weil wir nicht allein die Dimension der Dogmatik, sondern auch die Dimension der geistlichen Erfahrung ausleuchten wollten. Den Dienst, den unser Dialog für die Gemeinden des Ökumenischen Patriarchats und der Evangelischen Landeskirchen in Deutschland erfüllt, leisten wir am besten, wenn wir die Gläubigen unserer Kirchen ermutigen, ihre Erfahrungen zu teilen und so in einem Raum der Begegnung und des Vertrauens zu bezeugen, was uns verbindet.

Unser Dialog-Treffen war auch ein Brückenschlag zur damaligen Reformationsdekade. Heute überreiche ich Ihnen dieses neu erschienene Buch zu einem Zeitpunkt, an dem wir im Jubiläumsjahr zum ersten Mal bewusst in ökumenischer Geschwisterlichkeit zusammenkommen.

BEGRÜßUNG BEIM EMPFANG IM ALTEN SCHLOSS IN STUTTGART

Landesbischof Frank Otfried July

Allheiligkeit, Eminenzen, Exzellenzen, Brüder und Schwestern in Christus,

zum gemeinsamen Empfang von Evangelischer Landeskirche in Württemberg und Evangelischer Kirche in Deutschland heiße ich Sie herzlich willkommen.

Es ist uns eine große Ehre, die Sie uns, Allheiligkeit, mit Ihrem Besuch erweisen. Sie und Ihre Delegation sind heute nicht in die Fremde gekommen, auch wenn Sie einen langen Weg hierher nach Stuttgart zurückgelegt haben. Ich darf auch an frühere Begegnungen mit Ihnen erinnern.

Sie lassen sich von Christus leiten, der Christinnen und Christen immer wieder in seinem Namen zusammenführt. So sagt der Apostel Paulus »[…] dass unser Weg uns zu euch führt« (1 Thess 3,11). Dieses Bibelwort aus dem 1. Thessalonicherbrief ist mir in besonderer Weise wichtig geworden. Denn es zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, dass unsere Wege als Christen und Kirchen immer wieder zueinander führen und es wie heute zu Begegnungen und Dialogen kommt. Gerade auch im ökumenischen Miteinander. Daher freue ich mich, dass Ihr Weg, Allheiligkeit, Sie heute nach Stuttgart führt und wir einander begegnen können. Ich begrüße Sie alle, die Sie unsere Einladung zum Empfang angenommen haben und nun hier sind.

An dieser Begegnung kann man auch sehen, dass viele orthodoxe Glaubensgeschwister hier in Württemberg beheimatet sind und es bereits tragfähige Brücken zwischen den Konfessionen gibt. Ich danke an dieser Stelle auch ausdrücklich S.E. Metropolit Augoustinos, dem ich mich sehr freundschaftlich verbunden fühle, ein jahrzehntelanger Brückenbauer und Repräsentant, aber auch Hirte und Seelsorger.

Brückenbauer finden sich auch in unserer Landeskirche – etwa im landeskirchlichen Arbeitskreis Orthodoxe Kirchen, der beispielsweise mit gemeinsamen Studientagen, zuletzt in der Griechischen Kirche der Heiligen Apostel Petrus und Paulus in Feuerbach, Räume der Begegnung ermöglicht und auch dazu beiträgt, dass der orthodoxe Glaube in den anderen Konfessionen bekannt wird. Und umgekehrt orthodoxe Christen verstehen, welche Anliegen evangelische Christen bewegen.

In der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen arbeiten Christen aus verschiedenen Konfessionen in all ihrer Unterschiedlichkeit gut zusammen. Wichtige Impulse kommen aus der Orthodoxie mit Blick auf die Bewahrung der Schöpfung. So feiern wir Anfang September gemeinsam den Tag der Schöpfung. Dies ist nur ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit und den fruchtbaren Dialog. »[…] Dass unser Weg uns zu euch führt« (1 Thess 3,11). Sie, Ihre Allheiligkeit, sind nun hier in Württemberg. Und ich hoffe, dass Sie aus meinen Worten die große Freude und Wertschätzung über Ihren Besuch heraushören.

Der Herr segne unsere Begegnung und den Dialog.

GRUßWORT DER DEUTSCHEN BISCHOFSKONFERENZ

Bischof Gerhard Feige

Allheiligkeit! Sehr geehrter Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, lieber Bruder Bedford-Strohm! Sehr geehrter, lieber Landesbischof July! Verehrter, lieber Metropolit Augoustinos! Eminenzen! Exzellenzen! Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich freue mich sehr, dass mir heute die ehrenvolle Aufgabe zukommt, im Namen der Deutschen Bischofskonferenz bei diesem Empfang anlässlich Ihres Besuches, verehrter Patriarch Bartholomaios, ein Grußwort an Sie und die versammelte Festgemeinde zu richten. Ich darf Ihnen, Allheiligkeit, die Grüße und Segenswünsche unseres Vorsitzenden Kardinal Reinhard Marx und meiner Mitbrüder in der Bischofskonferenz ausrichten und Ihnen auch persönlich meinen herzlichen Gruß entbieten.

Allheiligkeit, Sie kommen in einer Zeit nach Deutschland, in der unsere evangelischen Geschwister die Jubiläumsfeiern zum 500. Gedenktag des Beginns der Reformation begehen. Mit Ihrem Besuch bringen Sie zum Ausdruck, dass auch die Orthodoxe Kirche an diesem Gedenken Anteil nimmt und sich den evangelischen Mitchristen bei diesen Feiern verbunden weiß. Wenn Sie morgen die Ehrenpromotion durch die Evangelische Fakultät der Universität Tübingen erhalten, wird damit auch an die direkten Kontakte zwischen dem reformatorischen Tübinger Theologen und dem damaligen Ökumenischen Patriarchen Jeremias II. und an die wechselseitigen Beziehungen, die sich in den nachfolgenden Jahrhunderten entwickelt haben, erinnert.

Auch uns katholische Geschwister bewegen die Feierlichkeiten der evangelischen Brüder und Schwestern im Reformationsgedenkjahr 2017. Wir bringen unsere Mit-Freude zum Ausdruck, indem wir dieses besondere Jahr zum Anlass nehmen, gemeinsam Zeugnis von Christus und seiner Frohen Botschaft zu geben. Neu auf Christus hinweisen, das ist es, was Martin Luther wollte und was die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland motiviert hat, ihre gemeinsamen Initiativen zu 2017 unter das Motto des Christusfestes zu stellen. Unsere gemeinsame Vorbereitung begann im Herbst letzten Jahres mit einer Pilgerfahrt von Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zu den Ursprungsorten des christlichen Glaubens im Heiligen Land. Es folgte eine gemeinsame Bibeltagung zur Rückbesinnung auf die Heilige Schrift als Quelle unseres Glaubens. In einem Buß- und Versöhnungsgottesdienst haben wir dann die leidvollen Erfahrungen der Vergangenheit vor Gott getragen, um Vergebung gebeten und sie einander geschenkt sowie uns zu Schritten auf dem weiteren Weg zu einer immer vollkommeneren Einheit verpflichtet. Im kommenden September werden wir bei einem Ökumenischen Fest in Bochum besonders die Herausforderungen, vor denen wir als Christen in der Gesellschaft stehen, in den Blick nehmen. Rückblickend kann ich sagen, dass wir vom Beginn der Lutherdekade bis heute eine bemerkenswerte Lerngeschichte von anfänglicher Unsicherheit und Skepsis hin zu einem wirklichen Miteinander durchlaufen haben. Dafür bin ich dankbar. Und das macht mich zuversichtlich, dass wir auch in den nächsten Monaten auf diesem Weg weiter vorankommen und die Ökumene gefestigt aus dem Jahr 2017 hervorgehen wird.